Armbrustbolzen

Materialliste



  • 1 Dübelholz (glatt), 8 mm Durchmesser

  • 1 Weinkorken, am besten unbenutzt

  • Rohrisolierung, Innendurchmesser sollte dem Korken entsprechen

  • Isomatte

  • 5 Centstück

  • Schaumstoffmatte Dicke etwa 4 cm

  • Moosgummi, Dicke 2 mm

  • alternativ: Gewebetape

  • Latexmilch

  • Schwarze Abtön- oder Plackafarbe


[640] [1024]
Als erstes wird der Korken gerade in der Mitte bis etwa zur Hälfte hochgebohrt (8 mm-Bohrer, entsprechend dem Holzstab) und mit Pattex oder Holzleim eingeklebt. Wenn man den Stab vorsichtig(!) mit einem Bleistiftanspitzer ganz wenig anspitzt, bekommt man ihn wesentlich besser in den Korken.
Eine Standbohrmaschine leistet beim Hochbohren unschätzbare Dienste; je gerader die Bohrung, desto besser fliegt der Bolzen nachher.

Der Korken solle am besten kein Natur- sondern ein Presskorken sein. Optimal ist es, wenn er noch nicht benutzt war, d.h. noch keiner mit einem Korkenzieher eine Sollbruchstelle hineingebort hat.
Solche Korken bekommt man überal, wo es Gär- und Kelterbedarf gibt, in meinem Fall habe ich sie aus dem Dehner Gartenmarkt.

[640] [1024]
Nun schneiden wir uns ein Stück Isorohr ab, das etwa 2 cm länger als der Korken ist. Als nächstes wird der Korken aussen ein wenig angeschliffen, damit der Klebstoff besser hält. Eventuell ist das auch bei der Innenseite des Isorohres nötig. Danach wird der Korken mit Kleber eingeschmiert und mit der Vorderkante plan zum Isorohr eingeklebt.
[640] [1024]
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Korken nachgeben sollte, wird jetzt auf den Korken ein 5 Centstück geklebt. Wenn man es ein wenig anschleift, haftet der Kleber besser.
[640] [1024]
Als nächsten Schritt wird ein Stück Isomatte aufgeklebt und nach dem Trocknen des Klebers rund abgeschnitten. In das Loch, das hinten am Isorohr bleibt, wird ebenfalls Isomatte eingeklebt.
[640] [1024]
Nun wird das ganze hinten nach Belieben rundgeschnitten und grosszügig abgeschliffen; so haftet nachher das Latex besser.
[640] [1024]
Als nächstes wird ein Würfel Schaumstoff abgeschnitten und auf die Isomatte geklebt. Danach wird der Schaumstoff passend zum Isorohr rundgeschnitten.
Jetzt ist auch die Zeit gekommen, den Bolzen passend zur Armbrust zu kürzen.
Wenn der Bolzen so weit wie möglich auf der Armbrust liegt, sollte der Bolzen bis ganz knapp vor die Sehne gehen; ist er zu lang, rutscht die Sehne unter den Bolzen, ist er zu kurz, kann es passieren, dass die Sehne auf dem Bolzen landet, statt ihn zu verschiessen.
Und das wäre nicht nur peinlich, sondern auch potentiell tödlich.

[640] [1024]
Die Befiederung der Bolzen ist unser nächstes Problem.
Eine Möglichkeit ist es, sie aus Moosgummi zu fertigen, eine andere ist Gewebeband.
Besonders nett (aber recht teuer) sind natürlich echte Federn.

Hier vorerst mal die Variante mit Moosgummi:
Die Federn werden mit einer Schere aus dem Moosgummi ausgeschnitten (darauf achten, dass sie an dem Prallschutz der Armbrust vorbeikommen) und mit einer Rasierklinge an der Seite einige Millimeter eingeschnitten.
Danach werden sie (wie der Bolzen) mit Pattex eingeschmiert und nach dem Antrocknen des Pattex an den Bolzen geklebt.

[640] [1024]
So ungefähr.
Eine Möglichkeit, die Befiederung am Bolzen besser zu sichern, ist, die Klebestellen mit Latex zu versiegeln.

[640] [1024]
Zum Latexen der Bolzen nimmt man sich praktischerweise eine Holzplatte und bohrt Löcher in passendem Abstand hinein; das erleichtert die spätere Arbeit erheblich. Dann steckt man die Bolzen (man bastelt ja meistens nicht nur einen) in das Brett.
[640] [1024]
Der Bolzen wird mit Schmirgelpapier ein wenig angeschliffen; so hält das Latex nachher besser.
[640] [1024]
Ebenfalls eine clevere Idee ist es, sich an den Bolzen anzuzeichnen, bis wohin genau das Latex später gehen soll.
[640] [1024]
Jetzt trägt man erstmal 2-3 Schichten reines Latex (also ohne Farbe) auf und lässt zwischen den Schichten jeweils vollständig durchtrocknen.
[640] [1024]
Hier sieht man sehr schon, wie das Latex trocknet; wenn die weisse Farbe an (fast) allen Stellen durchsichtig geworden ist, kann die nächste Schicht kommen.
[640] [1024]
Jetzt nimmt man ein wenig Latex (~100 ml) und gibt 5-10 ml Abtönfarbe nach Geschmack zu. Ich habe einfaches Schwarz gewählt, aber vielleicht willst du ja "Bolzen der Liebe" bauen und entscheidest dich für Rosa.(*schauder*)
[640] [1024]
Zum Schluss werden die Bolzen noch mit Talkum-Puder abgerieben (gibt's im Baumarkt oder in der Apotheke). Das hat den Grund, dass die Bolzen sonst bei einem Streifschuss
a) kaputtgehen
und b) Auf blosser Haut fiese Abschürfungen oder Brandwunden (->Reibungshitze!) verursachend. Das gleiche gilt übrigends auch für Latex-Waffen.
So. Die Bolzen sind fertig, viel Spass beim verschiessen ;)
Wer auf Sicherheit wert legt, kann die Bolzen auch noch am Schaft längs mit Tesafilm bekleben; damit ist der Bolzen harmlos, sollte er beim Abschuss brechen.
Ich mache das allerdings bei den ~30 cm langen Bolzen nicht (ich glaube nicht, dass die beim Abschuss brechen); einen nicht so getapten Pfeil schlage ich allerdings dem Besitzer um die Ohren.
Ich bin selber mal beinahe von einem abgebrochenen Pfeil getroffen worden (Pfeil brach beim Abschuss, die Polsterung fiel runter und das spitze Endstück bohrte sich 6 cm in eine Rigipsplatte), und sowas wünsche ich keinem.

[640] [1024]
Und noch eine gute Nachricht:
Mit Abtönfarbe im Latex trocknet selbiges wesentlich schneller.

[640] [1024]